In fünf Schritten zur Digitalisierung Ihrer Rechtsabteilung

Die Digitalisierung schafft neue Geschäftsmodelle. Uber bietet Mobilitätsdienstleistungen ohne eigene Autos an und verdrängt damit klassische Taxis. Airbnb bietet Privatwohnungen zur Miete an und schafft damit Konkurrenz für alteingesessene Hotelketten. Bestehende Branchenführer müssen sich fragen, ob ihre traditionellen Wertversprechen noch intakt sind oder ob innovative Akteure sie mit disruptiven und vernetzten Technologien aus dem Markt drängen können.

Das gilt auch für die Rechtsbranche, die jahrzehntelang immun gegen wesentliche technologiebedingte Veränderungen zu sein schien. Der Kern der juristischen Dienstleistung – die Beurteilung von Sachverhalten in Bezug auf das Gesetz – ist in den meisten Praxisbereichen und Fällen immer noch zu komplex, um von Maschinen ausgeführt zu werden. Daher wird die Beurteilung des Sachverhalts weiterhin von vielen operativen Tätigkeiten wie Dokumentenanalyse, Vertragsabschluss und Projektmanagement unterstützt und umgeben. Mandanten sind jedoch meist nicht mehr bereit dazu, hohe Anwaltsstundensätze zu zahlen.

Die Dekonstruktion der juristischen Arbeit hat zur Standardisierung von Aufgaben mit hohem Volumen und geringem Wert sowie zum Aufkommen von Legal Process Outsourcer (LPO) geführt. Im Grunde genommen befinden sich Inhouse-Rechtsabteilungen heute in einer ähnlichen Situation wie die Abteilungen für Informationstechnologie, Finanzen und Personalwesen vor etwa 30 Jahren: Chief Financial Officers (CFOs) erwarten nun auch von Rechtsabteilungen und Kanzleien, dass sie Technologien nutzen, um Rechtsdienstleistungen besser, schneller und zu geringeren Kosten zu erbringen.

Doch Rechtsabteilungen wissen meist nicht, wo sie mit der digitalen Transformation anfangen sollen. Oft stellen sie sich Fragen wie: Was unterscheidet juristische Technologieprojekte von klassischen IT-Projekten? Sind Rechtsabteilungen per se eine besondere/andere Zielgruppe? Verfügen Rechtsabteilungen über die notwendigen finanziellen Mittel? Können Rechtsabteilungen das Projekt isoliert bearbeiten/durchführen?‘

Dieser Blog bietet einen Überblick über die grundlegenden Schritte, die Sie auf Ihrer Legal Technology Reise unternehmen sollten.

DIE 5 SCHRITTE FÜR EINE ERFOLGREICHE LEGAL TECHNOLOGY IMPLEMENTIERUNG

  1. Identifizieren Sie Pain Points: Lassen Sie sich nicht von all den aufregenden Rechtstechnologien auf dem Markt blenden. Es ist wichtig, zuerst Ihre Pain Points zu identifizieren, damit Sie die passende Lösung finden können. Beispiele für solche sind ein hohes Volumen an trivialer juristischer Arbeit, unzureichende Reportingfunktionen, mühsame Verwaltungsaufgaben und hohe externe Ausgaben für juristische Dienstleistungen.

  2. Planen Sie Ihr Budget: Ermitteln Sie das Potenzial des Projekts sowie dessen Beitrag zur digitalen Transformation der Rechtsabteilung und erstellen Sie einen Business Case. Die Kosten, welche sie heran ziehen müssen, um den potenziellen ROI zu berechnen, werden in diesem Stadium auf groben Schätzungen basieren. Laden Sie sich hierzu unsern Inhouse Guide „Ein Business Case für legal eBilling“ herunter.

 

  1. Initiieren Sie das digitale Rechtsprojekt: Entwickeln Sie einen Projekt- und Ressourcenplan, weisen Sie Teammitglieder und Rollen zu.

 

  1. Berücksichtigen Sie die verfügbaren Lösungen: Definieren Sie Ihre Anforderungen und bewerten Sie die zur Verfügung stehenden Optionen. Die Bewertung sollte dabei individuell, auf Ihr Unternehmen angepasst, stattfinden. Dabei gilt es zu klären, ob sie eine eBilling-Software benötigen und ob sie diese selbst bauen oder kaufen möchten. In diesem Stadium sollten Sie mit Rechtstechnologie-Anbietern Kontakt aufnehmen. Stellen Sie sicher, dass Sie potenzielle Anwender zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Prüfung der Lösung einbeziehen. Dadurch wird garantiert, dass die tatsächlichen Anwender das Produkt ausprobiert haben und ihre Meinung berücksichtigt wurde. Dies hilft vor allem bei der Akzeptanz der Rechtstechnologie nach der Implementierung.

 

  1. Gehen Sie Live: Beschaffen, installieren und testen Sie die Lösung. Erwägen Sie eine schrittweise Einführung der User. Akzeptieren Sie eventuelle Misserfolge und passen Sie diese gegebenenfalls entsprechend an, um eine erfolgreiche und vollständige Implementierung zu erreichen.


Die eben erläuterten Schritte beschreiben lediglich kurz die fünf wesentlichen Phasen, für weitere und ausführlichere Details, laden Sie unseren Legal Digitalisation Guide herunter. Hier lernen Sie, wie Sie jeden der oben genannten, sowie zusätzliche Schritte angehen können.

Bryan King hat außerdem eine detaillierte, dreiteilige Serie darüber geschrieben, wie man ein erfolgreiches juristisches Technologieprojekt implementiert, die Sie hier lesen können.

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